fahrgast kärnten

Sprachrohr für den öffentlichen Verkehr und seine Fahrgäste

Europa


"Schüler reisten in Hitze-Waggon" [14.07.]

"Schüler reisten in Hitze-Waggon"

(aus: "Kleine Zeitung", 14.07.2010)

Die Klimaanlage fiel in einem Waggon auf der Rückfahrt von Rom aus. Es herrschten Temperaturen von bis zu 40 Grad. Der "Horrortrip" von St. Pauler Schulklasse wird entschädigt.

Es war so heiß im Abteil und wir haben so geschwitzt, dass wir uns ausgezogen haben", beschreibt der Gymnasiast Franz Rohrhofer die heiße Zugfahrt am 6. Juli von Rom nach Klagenfurt. Die Klimaanlage war defekt, die Hitze im Waggon stieg auf über 40 Grad. 34 Schüler der 6a und 7a des Stiftsgymnasiums St. Paul waren mit Begleitlehrern im Zug - am Heimweg einer Klassenfahrt.

Fenster versperrt

Nach einem Beschwerdeschreiben der Schule über die unzumutbaren Reisebedingungen trafen sich gestern ÖBB-Pressesprecher Christoph Posch und Begleitlehrer Georg Pagitz vom Stift St. Paul. "Wir haben uns geeinigt, dass die ÖBB die gesamten Kosten der Zugfahrt rückerstatten. Das sind 1444 Euro", so Posch, der sich nicht erklären kann, wie es so weit kommen konnte: "Der Zug startete in Rom trotz schadhafter Klimaanlage. Der Zugchef hätte einen anderen Waggon organisieren müssen." Von der defekten Klimaanlage sei laut ÖBB ein Waggon betroffen gewesen. "Nachdem der Zug voll besetzt war, konnten die Schüler in keinen anderen Teil des Zuges", so Posch.

Während der neunstündigen Fahrt kollabierte ein Schüler. "Er wurde ins Abteil des Zugbegleiters gebracht und danach ein Arzt ausgerufen. Gott sei Dank war einer im Zug, der den Schüler erstversorgt hat", erzählt Begleitlehrerin Roza Maria Salzmann und fügt hinzu: "Es war eine Horrorfahrt, eine Zumutung. Durch die ausgefallene Klimaanlage gab es keinen Luftaustausch, wir hatten keinen Strom, die WCs waren versperrt und die Fenster gingen nicht auf." Auch nicht mit Gewalt. "Wir haben versucht, mit einem Vierkantschlüssel des Schaffners die Fenster zu öffnen, was aber nicht gelang, weil sie mit Silikon zugeklebt waren", so Salzmann. Später kollabierte auch ein Lehrer. Posch: "Er wurde in Florenz am Bahnsteig ambulant behandelt."

Italiener schweigen

Beim Zug handelte es sich laut Posch um einen Kooperationszug zwischen italienischer Eisenbahn und ÖBB: "Der Vertrag beinhaltet, dass Schadhaftes auszutauschen ist. Warum das nicht passiert ist, ist mir ein Rätsel. Wir haben die italienische Staatsbahn zu einer Stellungnahme aufgefordert, aber noch nichts gehört."


"Waggons braten in der Sonne"

Warum die Bahn andauernd Probleme mit den Klimaanlagen hat.

Eine Bahnkundin, die regelmäßig von Klagenfurt nach Salzburg fährt, bringt die aktuellen Probleme der Bahn auf den Punkt: "Ich habe noch nie erlebt, dass alle Waggons eines Zuges technisch in Ordnung sind. Entweder die Heizung ist kaputt oder die Klimaanlage. Das heißt: Im Sommer ist's zu heiß im Waggon, im Winter zu kalt."

Beim Verein "Fahrgast Kärnten" gibt es immer wieder Beschwerden über defekte Klimaanlagen in Zügen, vor allem solchen, die aus dem Süden kommen. Vereinsvorstand Richard Huber: "In Italien braten die Waggons tagsüber auf den Abstellgeleisen in der Sonne, sodass sich das Innere gewaltig aufheizt. Wenn die Waggons dann abends in Betrieb genommen werden, ist die Klimaanlage natürlich überfordert und gibt den Geist auf."

Für Fahrgäste, die vom Ausfall der Klimaanlage in einem Zug betroffen sind, hat Huber einige Tipps auf Lager: "Man muss sich sofort an den Zugbegleiter wenden, damit der die notwendigen Maßnahmen einleitet." Was viele nicht wissen: Auch in voll klimatisierten Waggons sind am oberen Rand der Fenster Oberlichten angebracht, die man öffnen kann. Diese Lüftungsmöglichkeit gibt es allerdings nur an den Gangfenstern. Huber: "Wir empfehlen, diese Oberlichten und die Türen der Abteile zu öffnen, um damit mindestens einen kleinen Lüftungseffekt zu erzielen." Von der Idee, im Falle einer Überhitzung der Waggons die Notbremse zu ziehen, hält Huber nichts, denn in vielen Zügen bleibt das ohne Wirkung.

In Deutschland wird wegen des Hitzeschocks in drei ICE-Zügen nach ausgefallenen Klimaanlagen gegen die Bahn ermittelt. Der Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung und der unterlassenen Hilfeleistung wird überprüft. In einem Fall ist eine Schülerin kollabiert.



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Italien: Am Brenner funktioniert´s [26.05.]

Italien: Bahnverkehr durch freien Netzzugang wieder einführen!

Bericht in Kooperation mit "Pro Bahn Österreich

Der Zugverkehr zwischen Tirol und Italien über den Brenner funktioniert dank Vorwärtsstrategie von ÖBB, "DB-AG" und "Ferrovia Nord Milano". Dieses Prinzip sollte auch für den Bahnverkehr zwischen Kärnten und Italien über Tarvis angewendet werden.

Der freie Netzzugang ermöglicht es den ÖBB seit dem vergangenen Fahrplanwechsel im Dezember 2010, in Kooperation mit der "Deutschen Bahn" (DB) und der FNM ("Ferrovia Nord Milano") mit fünf Zugpaaren den internationalen Bahnverkehr zwischen Tirol und Italien über den Brenner abzuwickeln. In der Tat – eine Vorwärtsstrategie zeichnet sich ab:

o  Per 12.April 2010 konnte die Fahrzeit von Milano Porta Garibaldi nach Verona um 20 Minuten reduziert werden.

o  Ab 1. April 2010 gibt es ein neues Angebot für Vielfahrer und Pendler in Italien auf den DB-ÖBB-Zügen.

o  Seit Mitte Februar 2010 ist es möglich, Tickets ohne Aufpreis im Zug beim Zugbegleiter zu kaufen.

o  Besonders positiv für Bahnreisende: Bei den DB-ÖBB-Zügen gibt es, anders als bei Fernzügen in Italien üblich,
    keine Reservierungspflicht mehr – so können die Kunden mit ihrem Ticket noch flexibler unterwegs sein. Früher
    mussten die Fahrgäste ihr Ticket fix für einen der Züge buchen, und nur dort war es auch gültig.

o  DB und ÖBB wollen am italienischen Markt noch mehr Reisende für das neue Angebot gewinnen und intensivieren
    ihre Marketing-Aktivitäten in ganz Italien. In Mailand gibt es bereits ein Callcenter der DB, das ganz Italien
    bedient. In Mailand und Rom unterhalten die DB eigene Verkaufsstellen. Zahlreiche Agenturen in den Städten
    entlang der Zuglinien bieten ebenfalls Tickets der DB- ÖBB-Eurocity-Züge an. Kunden in Südtirol können Tickets
    zum Normalpreis über die Automaten des Verkehrsverbundes SAD erwerben.

Fahrgäste fragen sich indessen, warum dieses Erfolgsmodell nicht auch auf der tagsüber für den internationalen Bahnverkehr stillgelegten Hochleistungsbahnstrecke "Pontebbana" (sündteurer Ausbau) zwischen Tarvis und Udine Anwendung finden kann. Es kann doch wohl keine substanziellen Schwierigkeiten darstellen, einen Eurocity-Zug (EC) von München nach Venedig über Tarvis statt über den Brenner zu führen. Die zwischenzeitlich von den ÖBB eingerichteten Intercity-Busse stellen zwar eine kurzfristig eingerichtete Lösung dar, sollten jedoch aus der Sicht von "fahrgast kärnten" nur eine Übergangslösung bis zu einer Wiederaufnahme des internationalen Bahnverkehrs darstellen, wie dies bereits des öfteren beschrieben wurde (Link: --> http://www.fahrgast-kaernten.at/DE/europa_DE_1.html#newsinfo3).
 

Gute Argumente für Nutzung der Bahnstrecke nach Vendig: 

--> Abgesehen von der Klimabilanz, die durch IC-Busverbindungen nicht verbessert wird, bietet eine Zugreise 
       nach Italien gegenüber dem Bus mehr Reisekomfort.

--> Überdies müssen Reisende aus Richtung St. Veit/Glan, Wien Süd und Salzburg mit Reisezielen südlich von
     Venedig mehrmals umsteigen.

--> Die Fahrzeiten sind auf beiden Routen mit sieben Stunden gleich lang.
--> In Villach treffen die aus Wien kommenden EC/IC zur selben Zeit wie die EC aus München ein. Ohne
      nennenswerten Zeitverlust ließen sich somit die beiden Züge vereinigen, woraus sich ein Wagensatz von etwa
      acht bis zwölf Einheiten ergäbe. Eine gekonnte Werbekampagne vorausgesetzt, stünde einer rentablen
      Führung eigentlich nichts mehr im Wege. 
 
Zügiges Handeln wäre freilich unumgänglich nötig. Die Ausrede „das geht nicht“ dürfte für dynamische Manager nicht gelten: Wenn ÖBB und DB meinen bis Dezember 2011 oder noch länger warten zu können, irren sie: Zu groß wäre der Prestige- und Fahrgastverlust für das System „Bahn“.

 



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Regionaler Bus Villach - Tarvis [21.04.]

 

Regionale Busverbindung Villach - Tarvis

Während der Bahn-Fernverkehr nach Italien durch Busse ersetzt wurde, gibt es Hoffnung auf einen Bahn-Regionalverkehr sowie Änderungen im regionalen Busverkehr.

"Entscheide Dich für den Zug, wenn Du nach Italien reist"

Obwohl das italienische Eisenbahn-Verkehrsunternehmen "Trenitalia" den Zugverkehr zwischen Österreich und Italien über Tarvis bis auf zwei Nachtzugpaare tagsüber ganzlich einstellte, wirbt "Trenitalia" in einem aktuellen Folder mit folgendem Slogan geworben: "Entscheide Dich für den Zug, wenn Du nach Italien reist" (!)

Kein Bahn-Fernverkehr nach Italien

Im Juli 2009 organisierte fahrgast kärnten gemeinsam mit probahn Österreich in Wien eine Pressekonferenz, um über die immer schlechter werdenden Zugsverbindungen zwischen Kärnten und Friaul zu berichten. Damals war noch nicht bekannt, dass auch der einzige verbliebene Tageszug mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2009 Geschichte sein wird. Als kurzfristige Maßnahme wurden von den ÖBB das Angebot der Intercity-Busse (IC-Busse) Klagenfurt/Villach - Udine/Venedig auf vier tägliche Verbindungen (saisonal fünf) ausgeweitet. fahrgast kärnten berichtete bereits positiv darüber.

Forderung nach Fernzügen auf der „Pontebbana"

Dennoch ist daran zu erinnern, dass neben der Autobahn nach Venedig eine moderne Hochleistungseisenbahn, die sogenannte „Pontebbana" für Züge zur Verfügung stehen würde. Diese wird heuer zehn Jahre alt, kostete umgerechnet ca. 1,2 Mrd. Euro und wird ab dem Grenzbahnhof Tarvisio-Boscoverde, nur noch von einigen wenigen Regionalzügen nach Udine befahren. Hier muss sich nicht nur im Regionalverkehr, sondern auch auf dem Fernverkehrssektor in den nächsten Jahren etwas ändern.

Die Politik von Österreich und Italien, die EU, die „Trenitalia" und auch die ÖBB sollten noch stärker als bisher an einem Strang ziehen, so dass nicht nicht nur am Brenner zwischen Österreich und Italien grenzüberschreitend Züge verkehren. fahrgast kärnten protestierte gegen den Entfall des letzten Tageszuges nach Italien im Rahmen einer bundesweiten Aktion von probahn ÖSTERREICH am 11. Dezember 2009.

Umsteigeverbindungen im regionalen Busverkehr

Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass auch das italienische Busunternehmen SAF, welches bisher werktags dreimal täglich Linienverbindungen zwischen Villach und Tarvis (bzw. Udine) anbot, diese Kurse ab 1.März 2010 einstellen werde. Daraufhin gab es Verhandlungen zwischen der Fa. Kowatsch und dem Land Kärnten, welche als Kompromiss zu vier Umsteigeverbindungen führten. Diese Verbindungen finden ihren Ursprung im Jahr 2004, als fahrgast kärnten initiierte, dass sich die Busse der Fa. SAF und jene der Fa. Kowatsch an der Staatsgrenze bei Thörl-Maglern treffen, so dass es zu den damaligen drei Direktverbindungen der Fa. SAF eine vierte Verbindung mit Umsteigen an der Grenze eingeführt werden konnte (fahrgast-Magazin Nr. 2/2004).

Neues regionales Busangebot für Kärntner

Die positive Seite an den neuen Verbindungen ist, dass die Kurse im Gegensatz zu den bisherige Direktverbindungen der Fa. SAF innerhalb Kärntens als Linienbusse nach Thörl-Maglern geführt werden und daher alle Fahrgäste entlang der Fahrstrecke zusteigen können, um z. B. nach Tarvis, Camporosso, zur Luschari-Seilbahn, nach Ugovizza, Malborghetto, Udine zu gelangen.

Das Umsteigen in Tarvis erfordert zwar gegenüber den bisherigen Direktverbindungen längere Wartezeit von bis zu 15 Minuten, aber es bietet sich auch die Möglichkeit, den Bus zu den Weissenfelser Seen (Laghi die Fusine) zu erreichen.

Nachteilig an den neuen Umsteigeverbindungen gegenüber dem bisherigen Angebot sind die Umstände, dass es an Samstagen keine Retourverbindung gibt, und dass derzeit leider keine Fahrradmitnahme möglich ist.

Aber insgesamt sollte das neue Angebot positiv gesehen werden, denn andernfalls würde es seit dem 1. März 2010 überhaupt keine regionale öffentliche Verkehrsverbindung mehr zwischen Kärnten und Friaul geben.

Hoffnung auf Bahn-Nahverkehr

Abschließend sei noch erwähnt, dass Zeitungen über eine geplante Wiederbelebung des regionalen Bahnverkehrs zwischen Villach und Udine berichteten. Die Region Friaul-Julisch Venetien, das Land Kärnten, die ÖBB und die privaten Bahnlinie „fuc – ferrovie udine cividale" möchten dies mit einem EU-Projekt verwirklichen. fahrgast kärnten hofft auf eine baldige Realisierung. Jedenfalls sollte sich auch der Tourismus der beiden Länder hier einbringen.



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Nein zu "5-Euro-Pauschale" [05.03.]

Nein zur „Fünf-Euro Service-Pauschale“ für Auslandsreisen der ÖBB

Bahnkunden werden bei Auslandsreisen doppelt zur Kasse gebeten
• Internationale Fahrkarte kostet schon ca. 13 % mehr, Zuschlag hat keine Rechtfertigung
• Bester Weg für Mehreinnahmen ist ein attraktiver Taktfahrplan
• "probahn ÖSTERREICH" ruft Schienen-Control Kommission an - ist Service-Pauschale EU-widrig?
• "Service-Pauschalefordert Rücknahme der Pauschal

"5-Euro Service-Pauschale" seit 1. März 2010

Mit 1. März 2010 führten die ÖBB eine sogenannte Fünf-Euro-Service-Pauschale bei Auslandsreisen in die Schweiz, Frankreich und Spanien ein.

Begründet wird dies damit, dass die ausländischen Bahnen die Verkaufsprovisionen für den Fahrkartenvertrieb gekürzt hätten. Die ÖBB erwarten sich allein von den Schweiz-Reisenden ein „Körberlgeld“ von 500.000 Euro.

Die neue "Service-Pauschale" gilt pro Buchung (und nicht pro Fahrgast). Bei Tickets in die Schweiz wird die "Pauschale" für Tickets unter 30 Euro nicht verrechnet.

Durch diese "Service-Pauschale" werden die Fahrgäste aber ein zweites Mal zur Kasse gebeten. Schon jetzt wird bei Kauf einer internationalen Fahrkarte am Schalter bekanntlich für den österreichischen Teil ein erhöhter Preis berechnet ("Preistafel 1a - Standardpreis bei grenzüberschreitender Abfertigung"), der etwa 13% höher (2.Klasse) liegt als der reine Inlandspreis ("Preistafel 1 - Standardpreise").

Protest gegen neue Service-Pauschale

probahn ÖSTERREICH protestiert gegen die Einhebung der Service-Pauschale, weil sie weder kundenfreundlich
noch marktgerecht ist, und dazu geeignet ist, den sehr gut etablierten Schweizverkehr zu schwächen. Statt dessen sollte den täglichen Problemen (Zugverspätungen, überfüllte Zügen) mehr Augenmerk gescchenkt werden.

So nachvollziehbar der Druck auf die ÖBB seitens der Politik ist – wegen der Frühpensionen, der Pflegegeldnachzahlungen, etc. - sollten die ÖBB nicht den Fehler begehen, ihr Budget über höhere Erlöse
sanieren zu wollen, denen keine Mehrleistungen gegenüberstehen.

Auswirkungen für Kärnten

Kärnten mag zwar weniger von der Verteuerung für Frankreich und Spanien betroffen sein, doch gibt es sehr wohl ein gewisses Fahrgastaufkommen (auch von Touristen) zwischen Kärnten und der Schweiz. Überdies befürchtet fahrgast kärnten, dass diese erstmals eingeführte "Zusatz-Pauschale" zwar derzeit "nur " für drei Staaten gilt, aber dass als nächster Schritt eine generellen Ausweitung auf sämtliche Auslandsreisen folgen könnte.

Integraler Taktfahrplan statt "Service-Pauschale"

probahn ÖSTERREICH hat den Eindruck, dass man innerhalb des Personenverkehrs krampfhaft nach Möglichkeiten für Mehreinnahmen sucht. Der beste Weg für Mehreinnahmen ist eine massive Steigerung der Fahrgastzahlen:
Dies setzt aber einen Integralen Taktfahrplan für Bahn & Bus voraus, den die ÖBB jedoch nicht anbieten.
Zuerst muss das Angebot, die Qualität und der Service stimmen, bevor Tarife erhöht werden können.

Gänzlich kontraproduktiv sind Hinweise der ÖBB auf Fluglinien, die solche Zuschläge schon lange verrechnen. Alle Versuche in der Vergangenheit, die system-immanenten Vorteile der bestehenden Bahn-Tarifsystem (einfacher Zugang, nur km-abhängig, freie Zugwahl, keine grundsätzliche Reservierungspflicht, durch jene der Flugbranche zu ersetzen, sind gescheitert. Klug ist es, die eigenen Stärken zu fördern, nicht die Schwächen anderer zu kopieren.

probahn ÖSTERREICH wird sich an die Schienen-Control Kommission und an den Konsumentenschutz wenden und klären lassen, ob diese Pauschale nicht EU-widrig ist. Pikant ist jedenfalls, dass trotz EU mehr denn je noch immer zwischen In- und Auslandsreisen unterschieden wird.

--> www.probahn.at



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Italien: Hochleistungsbahn ohne Züge

 

Italien: Hochleistungsbahn ohne Tageszüge

 

Seit Dezember 2009 verkehrt auf der Hochleistungsbahnstrecke „Pontebbana“ untertags kein einziger personenbefördernder Zug mehr zwischen Kärnten und Italien.

 

Österreichweites Thema

 

Der Eisenbahnverkehr zwischen Österreich und Italien war ja in den vergangenen Jahren nicht wirklich optimal, einen Bahn-Regionalverkehr zwischen Kärnten und Friaul zum Grenzbahnhof Tarvisio-Boscoverde gibt es bereits einige Jahre nicht mehr. Im Zuge des Fahrplanwechsels im Dezember 2008 wurde von den zwei grenzüberschreitenden Fernverkehrszügen einer gestrichen. Dieser Umstand wurde bereits mehrmals im fahrgast-Magazin dargestellt und war Thema einer gemeinsamen Pressekonferenz von „Pro Bahn Österreich“ und fahrgast kärnten in Wien.

 

Hochleistungsstrecke „Pontebbana“

 

Seit dem Jahr 2000 gibt es die neue italienische Eisenbahn-Hochleistungsstrecke „Pontebbana“ durch das friulanische Kanaltal. Sie wurde um mehrere hundert Millionen Euro errichtet, hat eine Kapazität von 240 Zügen und kann mit Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h befahren werden.

 

Negativspirale der vergangenen Jahre

 

Wie stark wird diese Hauptstrecke von Wien über Kärnten und Venedig nach Rom derzeit genutzt? Gerade einmal ca. 60 Güterzüge verkehren zwischen Tarvis und Udine, mehrere Regionalzüge werden innerhalb Italiens geführt und grenz-überschreitend standen bis 12. Dezember 2009 nur noch zwei Nachtzüge und ein Tageszug nach Venedig am Programm. Im Vergleich dazu gibt es zwischen Tirol und Italien über den Grenzübergang Brenner sechs durchgehende Fernverkehrszüge und ca. zehn Regionalzüge mit kurzer Umsteigezeit am Bahnhof Brennero/Brenner in Richtung Bozen und Verona. 

 

Hochleistungsbahn ohne Tageszug!

 

Seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2009 gibt es den einzigen verbliebenen Tageszug zwischen Kärnten und Friaul auch nicht mehr! Dafür erweitern die ÖBB das Angebot der Intercity-Busverbindung von Klagenfurt und Villach nach Udine und Vendig von zwei auf vier und im Sommer und zu Ostern auf fünf Kurspaare. Wenn es noch die alte eingleisige k. und k. Bahnstrecke geben würde, könnte man ja  dieser Verstärkung mit Bussen zustimmen, aber jetzt bei dieser modernen, neuen Bahnstrecke mit enormer Kapazität ist diese Entwicklung nicht gut zu heißen. Es gibt EU-Richtlinien von 2001 über die „Fahrwege des grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehrs für die Nutzung von Eisenbahninfrastruktur“. Den Medien war die Rechtfertigung der ÖBB zu entnehmen, dass das italienische Eisenbahn-Verkehrsunternehmen „Trenitalia“ angeblich zuviel Benützungsentgelt für Reisezüge aus Österreich verlange. Dafür gibt es in allen EU-Mitgliedsstaaten eine Regulierungsbehörde, welche die Möglichkeit hat, ein Schlichtungsverfahren einzuleiten. Andererseits gibt es in Europa ab dem Jahr 2010 die Bahnliberalisierung auf dem Personenverkehrssektor. Auf dieser Grundlage wird die private „Westbahn GmbH“ (mit Herrn Haselsteiner von der  „Strabag“ und Herrn Wehinger, dem ehemaligen Vorstandsdirektor der ÖBB-Personenverkehr AG an der Spitze) auf der Strecke Wien – Salzburg Personenzüge führen. Die ÖBB ihrerseits fahren mit der „Deutschen Bahn“ und einem privaten, italienischen Eisenbahnunternehmen einige Züge über den Grenzübergang Brenner. Es wäre zu wünschen, dass die ÖBB auch am Grenzübergang Tarvisio-Boscoverde zwischen Kärnten und Friaul eine derartige Initiative setzen würden. 

 

Abgesehen von der Klimabilanz, die durch IC-Busverbindungen nicht verbessert wird, bietet eine Zugreise nach Italien gegenüber dem Bus mehr Reisekomfort. Überdies müssen Reisende aus Richtung St. Veit/Glan, Wien Süd und Salzburg mit Reisezielen südlich von Venedig mehrmals umsteigen.

 

Da fährt wohl die Eisenbahn drüber, wie man so schön zu sagen pflegt, obwohl „keine“ mehr fährt.

 

fahrgast kärnten hofft, dass die „Pontebbana“ nicht verkommt und es baldigst zu Verhandlungen von ÖBB, „Trenitalia“,  Politikern aus Kärnten, Friaul und dem Veneto und auch von hochrangigen Touristikern  beider Länder kommt. Denn die letzte Nachricht von der „Klimafront“, dass Österreich als einziges der „alten“ EU-Länder seine Klimaziele nicht erreicht,  sollte auch allen Politikern zu denken geben.                  

                  

 

 



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