Das Architekten-Interview in der "Kleinen Zeitung" vom 10.04.2011 offenbart unbeabsichtigt schwere Versäumnisse in der Planung des Bahnhofplatzes. Die Architekten bezeichnen den Platz als „urbanen Platz“, weil er von hohen Häusern umgrenzt sei. Weiters erwähnen die Architekten die bekannte Tatsache, dass sich die Stadt vorher nicht mit den ÖBB abgesprochen und letztere ein Veto eingelegt hat.
Damit sind die beiden Hauptursachen der Fehlplanung genannt.
Der Bahnhofplatz wird nicht von „hohen Häusern“ dominiert, sondern – nomen est omen – vom Hauptbahnhof. An den frequenzstärksten Bahnhof Kärntens (ca. 16.000 Personen pro Werktag) schließt sich naturgemäß ein für Stadt und Region wichtiger Busbahnhof an, der eine tägliche Frequenz von geschätzt mindestens 5000 Personen hat.
Schon daraus resultiert die Hauptfunktion des Bahnhofplatzes als "Verkehrsstation" und nicht als "urbaner Platz"!
Die Stadt Villach als Eigentümer und Bauherr hat diese Funktion beiseite geschoben. Andere Dinge wie Bäume, Brunnen etc. waren offenbar wichtiger. Auch die Tiefgarage dient nicht der Zu- und Abfahrt zum Bahnhof, dafür ist die Gratisparkzeit von 10 Minuten zu kurz - im Vergleich dazu beträgt die Gratisparkzeit in der Tiefgarage am Salzburger Hauptbahnhof 20 Minuten).
Da die Verkehrsfunktion natürlich auch den Stadtverantwortlichen bekannt war, wäre es die allererste Aufgabe gewesen, vor der Umplanung Kontakt mit den Verantwortlichen der ÖBB aufzunehmen. Freilich haben sich auch die ÖBB nicht durch sonderliche Aktivitäten ausgezeichnet.
So hat die Stadt darauf los gebaut, ohne das Projekt mit den ÖBB abzustimmen, was zu dem erwähnten Veto geführt hat. Übrig bleiben dabei nicht nur beeinträchtigte Personen und Taxilenker, sondern vor allem die Benützer öffentlicher Verkehrsmittel. Diese müssen nunmehr lange Wege vom Bahnhof zu den jeweiligen Busbahnsteigen zurücklegen und dabei noch dazu eine stark frequentierte Straße überqueren. Der Umstand, dass auf dem neu gestalteten Platz an jedem Schultag morgens zwei Polizisten zur Verkehrssicherung eingesetzt werden müssen, spricht Bände!
Fazit:
Der neu gestaltete Bahnhofplatz ist eine Fehlplanung, weil man von falschen Grundlagen ausging. Lobenswert sind die nachträglich verbesserten Informations- und Blindenleitsysteme. Allerdings kann man den Schaden damit nur mehr gering halten.
Abschließend sei darauf hingewiesen, dass "fahrgast kärnten" erst nachträglich bei den Informationssystemen in die Planung eingebunden wurden.
Im vergangenen Jahr wurden Auszüge einer Forschungsstudie der Fachhochschule (FH) Kärnten über die Wirtschaftsstandorte Villach und Klagenfurt in der Villacher Stadtzeitung veröffentlicht. Darin gab es nur positive Ansätze, positive Zukunftsentwicklungen und hohe Zufriedenheit in Villach. Dies mag ja alles für die FH in Villach-Magdalen selbst und für die qualitätsvolle Ausbildung gelten. Aber es gibt hier noch einen weiteren Aspekt, der nicht vergessen werden darf, nämlich die Anbindung an den Öffentlichen Verkehr (ÖV).
Fakten durch Mobilitätserhebung
Im Jahr 2008 wurde im Auftrag der Stadt gemeinsam mit der FH Kärnten (Studienbereich Wirtschaft) eine Mobilitätserhebung durchgeführt, und diese ergab, dass nicht alles so optimal ist. Befragt wurden insgesamt 300 Studierende sowie Beschäftigte im Technologiepark (TP). Im Jahr 2011 soll noch eine Evaluierung durchgeführt werden.
71% kommen mit dem PKW zur FH plus 54% Mitfahrer, während mit dem ÖV 10,5% unterwegs sind. Die Frage an PKW-Benützer, ob Sie sich vorstellen könnten, bei Verbesserungen des ÖV-Angebots den ÖV auch zu nutzen, bejahten 57%! Nur 5% kommen täglich mit dem ÖV zum TP, und 70% nutzen nie den ÖV.
Verbesserung der Busverbindung gewünscht
25% benützen die Buslinie 3 gelegentlich. Für die Benützung der Buslinie wurde gefragt, welche Verbesserungen gewünscht werden. Die Antworten ergaben vor allem folgende Anliegen: --> kürzere Intervalle der Buslinie 3 --> längere Betriebszeiten der Buslinie 3 --> bessere Abstimmung der Fahrzeiten mit dem Stundenplan
Viele Antworten enthielten nicht nur kurze Statements, sondern es wurde auch geschrieben, warum es mit dem ÖV oft sehr schwierig ist, zur FH zu kommen. Wenn es z. B. einen 20- oder 30-Minuten-Takt zur FH gäbe, würden auch mehr Menschen mit dem Bus fahren.
Der Wunsch nach einer Anpassung des Fahrplans an den Stundenplan ist gut nachvollziehbar, denn die Busse in die Innenstadt fahren zumeist ca. 15 Minuten vor Unterrichtsende. Auch bei den Umsteigestellen sind oft sehr lange Wartezeiten gegeben. Nachdem auch am Abend etliche Vorlesungen abgehalten werden und zusätzlich das WIFI dort angesiedelt ist, kann man eigentlich nicht nachvollziehen, dass der letzte Bus bereits um 19.55 Uhr vom TP in die Innenstadt abfährt. Dies verstehen auch viele Studierende aus dem Ausland nicht.
Bahn-Haltestelle „St. Magdalen-Technologiepark“
Natürlich kam auch sehr oft die Forderung nach einer Bahnhaltestelle im Bereich St. Magdalen, Technologiepark. Weiters wurde angemerkt, dass es teilweise an Informationen über die Möglichkeiten, mit dem ÖV in den TP zu kommen, fehlt.
Villacher Stadtpolitik ist gefordert
Die Erhebung zeigt, dass das Thema Mobilität, Erreichbarkeit des TP ein Anliegen auch der Mitarbeiter und Fachhochschulangehörigen des TP Villach ist. Auch von Studierenden und Mitarbeitern welche nicht aus der Stadt sondern aus der Region kommen. Hier ist die Politik des Landes aber in erster Linie der Stadt Villach gefordert, welche bisher nicht darauf reagierte und auch keine Verbesserungen plant.
Der Verein „fahrgast kärnten“ übt Kritik an Villachs „Öffis“: Kein Taktfahrplan und Fahrplan ist unleserlich!
Nach dem WOCHE-Bericht über den „Affront gegen Senioren am Villacher Hauptbahnhof“ meldet sich nun auch der Verein „fahrgast kärnten“ zu Wort. „Wir haben bereits vor drei Jahren bei den ÖBB bezüglich der mehr als komplizierten Fahrkarten-Automaten vorgesprochen. Damals hieß es, dass 2010 ein neues Vertriebssystem kommen sollte. Nun haben wir 2011 und es ist nichts passiert“, kritisiert Richard Hunacek. „In der Schweiz und Italien gibt es Systeme, die sind ,deppensicher‘. Wir brauchen keine Schulungen.“ Neuer Fahrplan ist „unleserlich“
Auch der neu erschienene Fahrplan der städtischen Buslinien in Villach ist laut Hunacek „nicht gelungen. Der Liniennetzplan der Stadt ist viel zu klein abgedruckt und unlesbar. Weiters kann man nicht erkennen, in welche Richtung der jeweilige Bus fährt“, ärgert sich der Villacher. Als Positiv-Beispiele nennt Hunacek die Fahrpläne der Stadt Salzburg oder Wels: „Dort hat jede Buslinie eine andere Farbe und obwohl das Format des Fahrplanes das gleiche ist, ist dort alles erkennbar.“ Gemeinsam mit Vize Wally Rettl bringt „fahrgast kärnten“ nun einen Dringlichkeitsantrag im Villacher Gemeinderat ein.
„Zur Kleinschrift kommt noch die olivfarbene Unterlegung des Liniennetzplanes hinzu, die die Leserlichkeit noch einmal vermindert“, betont Hunacek.
Weiterhin kein Taktverkehr
Die Kritik von „fahrgast kärnten“ geht jedoch noch weiter: „In Villach gibt es noch immer keinen Taktfahrplan. Ich kenne keine andere Stadt in Österreich mit 60.000 Einwohnern, die keinen Taktverkehr der öffentlichen Verkehrsmittel anbietet“ kritisiert er weiter. Beispielsweise gibt es an Wochenenden und Feiertagen keine öffentlichen Verkehrsmittel nach Maria Gail. „Wenn es schon keinen Bus gibt, warum baut man nicht das ,Vaxi‘, das Villacher Anruf-Sammel-Taxi, so aus, dass es auch ganztägig in jene Stadtteile fährt, wo sonst nichts hinfährt?“, schlägt der Villacher vor.
Des Themas „Öffentlicher Verkehr“ nehmen sich auch Villachs Grüne an. Die beiden Gemeinderätinnen Sabina Schautzer und Susanne Zimmermann orten ebenfalls großes Verbesserungspotenzial in einigen Bereichen: „Wir vermissen ein sinnvolles Konzept, das die täglichen Bedürfnisse der Villacher berücksichtigt.“ Das „grüne“ Duo hat daher bereits konkrete Schritte geplant: „Wir haben ein Treffen mit der Firma Kowatsch vereinbart, bei dem wir konkrete Verbesserungen diskutieren wollen.“ Ein Punkt: Es gibt keine kombinierten Fahrplanhefte für Bus und Bahn, „viele Schüler müssen am Nachmittag lange Wartezeiten in Kauf nehmen, weil die Fahrpläne auch nicht aufeinander abgestimmt sind“, bemängeln sie.
Als Maßnahme gegen zu hohe Feinstaub-Belastung fördert die Stadt Villach in den Wintermonaten (Dezember 2010 bis Ende Februar 2011) wieder den Kaufpreis für die Monats- und Jahreskarten des Verkehrsverbundes im gesamten Gemeindegebiet mit 50 Prozent, also mit dem halben Kaufpreis.
Eine Monatskarte kostet für den reinen Stadtverkehr somit ab 1. Dezember, zwar wie bisher 39 Euro, 50 Prozent vom Kaufpreis, also 19,50 Euro, erhalten die Villacherinnen und Villacher von der Stadt retourniert. Gegen Vorlage der Buskarte und eines Lichtbildausweises wird im StadtService, Rathaus-Eingang, der halbe Kaufpreis rückerstattet. Für Besitzer von Jahreskarten werden für die Monate Dezember 2010 bis Ende Februar 2011 der 50-prozentige Förderbetrag der Stadt ebenfalls vom StadtService aliquot abgerechnet und refundiert.
Die Monatskarten werden in Papierform im StadtService im Rathaus, bei Chipkarten während der Gültigkeitsdauer (mit einem Fahrkartenlesegerät überprüft) abgerechnet. Der Gültigkeitsbeginn muss zwischen dem 1. Dezember 2010 und dem 28. Februar 2011 nachgewiesen werden. Die abgelaufenen Monatskarten in Papierform werden vom StadtService als Belege einbehalten, die Jahreskarten nur überprüft. Das Förderangebot der Stadt Villach gilt ausschließlich für Villacherinnen und Villacher.
Ein langer Wunsch von fahrgast kärnten wurde dahin gehend erfüllt, dass diese Rückvergütung nicht nur für den Stadtverkehr sondern auch für jene Regionalzonen erfolgt, die im Gemeindegebiet Villach liegen.
fahrgast kärnten hat bereits im Vorjahr positiv über die geänderte Linienführung nach Warmbad/EKZ Atrio berichtet. Wie hat sich diese in der Praxis bewährt?
Oberrauner: Durch die neue Linienführung hat sich die Frequenz der Fahrgäste deutlich gesteigert und estätigt dem Unternehmen, dass die Änderung der Linienführung eine richtige Entscheidung zu Gunsten der Fahrgäste war. Mit diesem Projekt haben wir, im Rahmen unserer Möglichkeiten, für den Stadtteil Auen und Warmbad, eine Verbesserung für die Fahrgäste herbeigeführt. Auch kleine Änderungen haben oft große Wirkung! Auch Richtung Völkendorf wurde eine Linienänderung vorgenommen, um ein größeres Wohngebiet ins Liniennetz mit einzubeziehen. Es wird in nächster Zeit notwendig werden, auch in anderen Stadtteilen die Linienführungen aufgrund geänderter Wohnsituationen, neu zu planen. “
Welche Verbesserungsmaßnahmen planen Sie?
Die Fa. Kowatsch hat in den letzten Monaten, gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Kärnten und der Stadt Villach einige Verbesserungsvorschläge in Form von Modulen vorgestellt. Derzeit wird intensiv – gemeinsam mit der Stadt Villach – an einem Realisierungsplan gearbeitet. Eines der Module ist die Betriebszeitenverlängerung, d.h. alle Stadtlinien sollten um 05.30 Uhr die Pendler von den Stadtteilen zum Villacher Hauptbahnhof bringen bzw. vom Villacher Hauptbahnhof in die Gewerbegebiete der Stadt.
Im nächsten fahrgast-Magazin ist eine Zusammenfassung einer Studie des Technologieparks über das Mobilitätsverhalten der dort Studierenden und Angestellten geplant. Was sehen die Planungen in dieser Hinsicht vor?
Auch auf die Wünsche der Studenten bzw. der WIFI-Kursteilnehmer im Technologiepark St. Magdalen wurde eingegangen und ein Modul für längere Betriebszeiten, bis 22.00 Uhr, (Abendkurs, Vorlesungen etc.) sowie eine Taktverdichtung erarbeitet. Die große Anzahl von Anfragen für diesen Bereich zeigen uns den dringenden Handlungsbedarf auf.
Für das nächste fahrgast-Magazin ist eine Zusammenfassung einer Studie des Technologieparks über das Mobilitätsverhalten der dort Studierenden und Angestellten geplant.
Die Stadt Villach hat in den letzten zwei Jahren, in Zusammenarbeit mit unserem Unternehmen, einige Haltestellen neu und modern adaptiert. Wartehäuschen wurden auf stark frequentierten Haltestellen errichtet, um den Wünschen der Fahrgäste gerecht zu werden. Vor einigen Monaten wurde der neue Busbahnhof in Villach in Betrieb genommen. Leider wurde auf einige Vorschläge seitens der Verkehrsunternehmen nicht eingegangen, wie z. B. die Vermischung des öffentlichen Personenverkehrs mit den Taxi-Standplätzen. Ein weiteres Problemfeld in diesem Zusammenhang ist sicherlich der kleine Radius des Kreisverkehrs und die direkt an den Kreisverkehr anschließenden Fußgängerübergänge. Diese Situation gestaltet die Zu- und Abfahrt zum Villacher Busbahnhof, mit teilweise bis zu 15 m langen Linienbussen, äußerst schwierig. Wir sind aber überzeugt davon, dass diese, derzeitig sehr prekäre Verkehrssituation im Bereich Busbahnhof unter Beteiligung aller Betroffenen zufriedenstellend gelöst werden kann.“
fahrgast kärnten wünscht der Fa. Kowatsch für die Umsetzung von Optimierungsmaßnahmen viel Erfolg und bedankt sich für das Gespräch.
Im Rahmen des "Villacher Kirchtags 2010" verkehrt der Villacher Kirchtagsbus Donnerstag, Freitag und Samstag (05., 06., und 07.08.2010) der Kirchtagswoche auf allen Linien der Villacher Verkehrsgesellschaft Kowatsch, ab Villach Hauptbahnhof, zu jeder vollen Stunde in der Zeit von 21 Uhr bis 03 Uhr (letzte Fahrt).
Seit 01.02.2010 gibt es in Kooperation der "Villacher Verkehrsgesellschaft Kowatsch" mit dem italienischen Busunternehmen "SAF" vier Mal pro Tag (Montag bis Freitag) eine Linienbusverbindung zwischen Villach und Tarvis (Italien), mit Umsteigen an der Staatsgrenze.
Dadurch wird eine regionale Busverbindung angeboten, die nicht nur Villach sondern auch alle datwischen liegenden Orte mit Tarvis verbindet, denn es kann entlang der Buslinie an jeder Haltestelle ein- und ausgestiegen werden, z.B. in Pöckau, Riegersdorf, Arnoldstein, Unterthörl, Maglern.